Brettspiele für 2

Es muss nicht immer die große Spielerunde sein, wenn es darum geht mit Brettspielen Spaß zu haben. Viele moderne Brettspiele könnt Ihr sogar solo spielen. Interessanter wird es jedoch mit mindestens einem weiteren Mitspieler, da erst durch die soziale Komponente ein gewisser Tiefgang bei guten Brettspielen erreicht wird. In unserer "Rubrik Brettspiele für 2" findet Ihr News und Empfehlungen zu guten Zwei-Spieler-Brettspielen.   


Rezension: Tierisch bedroht vom Mogel Verlag

Die SPIEL'16 liegt rund drei Wochen zurück und viele Brettspielfans sind mit vollen Einkaufstaschen nach Hause zurückgekehrt. Bei dem einen oder anderen Spieler ist möglicherweise auch das kooperative Kartenspiel Tierisch bedroht vom Mogel Verlag in die Tüte gewandert. Wer auf der Messe in Essen nicht zugegriffen hat oder den Titel bisher gar nicht kennt, sollte die nachfolgende Rezension aufmerksam lesen. Wir haben uns für euch auf eine Tierexpedition rund um die Welt begeben, sind gefährlichen Raubtieren ebenso begegnet wie vermeintlich behäbigen Savannenbewohnern, sind hinabgetaucht in die Untiefen der Ozeane und haben die Könige der Lüfte beobachtet. Und das alles ohne auch nur einen Schritt vor die Tür zu setzen. Viel Spaß mit der Rezension zum kooperativen Kartenspiel Tierisch bedroht vom Mogel Verlag.    

 

Unterhaltung vor ernstem Hintergrund

Rezension zum Kartenspiel Tierisch bedroht vom Mogel Verlag

Das Kartenspiel Tierisch bedroht ist das dritte Spiel des noch jungen Familienverlags und bereits an dieser Stelle sei verraten, dass es auch das beste der bisher erschienenen Spiele ist. Wer bisher noch nie vom Mogel Verlag gehört hat, bekommt in diesem Interview von der SPIEL'16 einen Eindruck von der spielbegeisterten Familien Loth aus dem Emsland. Wer die Kartenspiele Perlentauchen (Rezension zu Perlentauchen)  und Willi Wörterwurm (Rezension zu Willi Wörterwurm) kennt, dem wird sofort auffallen, dass die Optik von Tierisch bedroht sich deutlich unterscheidet. Folgt man der Argumentation von Michael Loth, so ist das kein Zufall, sondern ein bewusst gewähltes Designelement. Die Illustrationen von Tierisch bedroht wirken reifer - fast so, als würde man den ernsten Hintergrund des kooperativen Kartenspiels deutlich machen wollen. Und tatsächlich empfiehlt der Mogel Verlag ein Einstiegsalter von 10 Jahren, um das Spiel Tierisch bedroht umfassend zu erleben. Die Spielmechanik selbst ist jedoch auch von deutlich jüngeren Spielern erfassbar, sodass sich auch dieses Kartenspiel hervorragend als Familientitel eignet. Ab ca. 6 bis 8 Jahren können sich Kinder problemlos mit Tierisch bedroht beschäftigen, benötigen jedoch in den Planungsphasen etwas Unterstützung von Erwachsenen, damit die kooperative Mechanik sowie der "Solo-Part" auf die Weise ineinander greifen können, die Michael Loth sich bei der Konzeption des Spiels erdacht hat. Das Setting des Kartenspiels für 2 bis 4 Spieler ist ernst. Bedrohte Tiere sollen gerettet werden, wobei erfolgreiche Versuche Punkte auf das gemeinsame Spielerkonto wandern lassen, fehlgeschlagene Rettungsmaßnahmen dagegen am Ende des Spiels mit Punktabzügen bestraft werden. Schon die Anleitung macht deutlich: Tierschutz ist Teamwork!     

 

Optisch reizvoll, spielerisch seicht

Rein optisch ist Tierisch bedroht ein reizvolles Kartenspiel. Die Rückseiten der insgesamt 54 Tierkarten sind mit schlichten, aber stimmigen Aquarellen bedruckt - kein Vergleich zu den eher unspektakulären Abbildungen auf den Karten der Vorgängertitel. Besonders gelungen sind die Zeichnungen der Tiere. Da kein Tier doppelt auftaucht bedeuten 54 Tierkarten gleichzeitig 54 Tierbilder, die man als Spieler nach dem Auspacken gern durchblättert. Auf alte Bekannte wie den Löwen oder Geparden trifft man ebenso wie auf exotische Vertreter, etwa einen Madagaskar-Schlangenhabicht oder den Kurzkamm-Leguan. Dass dem Spieler bei all der tierischen Prominenz plötzlich ein ordinärer Kabeljau entgegen lächelt, ist fast schon überraschend, angesichts der überfischten Gewässer jedoch erschreckend real.


Neben den Tierkarten liegen Tierisch bedroht* zudem 3 Spendenkarten, 2 Statuskarten, 1 Kompasskarte sowie die 8 zentralen Strategiekarten bei. Nach dem Spielaufbau, der nach wenigen Handgriffen erledigt ist, erhält jeder Mitspieler abhängig von der Spielerzahl seine Handkarten, mit denen er im Spielverlauf die Rettungsaktionen durchführt. Gerettet werden können stets nur Tiere gleicher Farbe: mit den grünen Dschungelkarten rettet ihr also Landtiere, mit den blauen Karten Wasserbewohner und mit den gelben Karten die bedrohten Flieger. Ein Tier gilt als gerettet, wenn die von den Spielern ausgelegten mindestens die Anzahl der Lebensraum- und Geldsymbole der Tierauslage treffen. Während der Gepard mit nur einem Geldsymbol einfach zu retten ist, wird die Mission bei einem Golftümmler (3/3) um ein Vielfacher aufwändiger, nicht unbedingt schwieriger, da auf die Zusammensetzung der Handkarten nur bedingt eingewirkt werden kann.

 

Die strategische Komponente des kooperativen Kartenspiels besteht zunächst aus Entscheidung über die in der aktiven Runde verfügbaren Handkarten. Nachdem die bedrohten Tiere verdeckt ausgelegt wurden, können die Spieler gemeinsam über die Verwendung einer der 8 Strategiekarten entscheiden. Die Aktionen sind mal mehr, mal weniger sinnvoll - in seltenen Fällen leider auch eher trivial und dann mehr eine Formalität als ein beeinflussendes Spielelement. Nach der Anwendung der ausgewählten Strategiekarte ist weitere Kommunikation untersagt, sodass jeder Spieler zwar kooperativ aber selbstbestimmt handelt. Dieser spielerische Kniff ist gelungen und sorgt für so manchen Überraschungsmoment. Zwar kann man stets erahnen, was die Mitspieler planen, ob der Plan jedoch aufgeht und die vorhandenen Symbole für die Rettung aller Tiere reichen, bleibt ungewiss und damit spannend. Beeinflusst werden können die Rettungsmissionen zudem durch drei Spendenkarten, die einen Bonus auf eines der Symbole gewähren. Da die Spenden jeweils nur einmal einsetzbar sind, müssen die Spieler auch hier abwägen, wann sich der Einsatz lohnt.     

 

Expedition ohne Kompass

Gerettete Tiere und auch Lebewesen, die die Spieler nicht retten konnten, werden jeweils einem der Statusstapel zugeordnet (rote und blaue Weltkarte) und gewähren Punkte oder Strafen bei der Schlusswertung. Je schwieriger die Tiere zu retten sind, je mehr Symbole also benötigt werden, desto höher ist auch die Punktzahl. Das sorgt für zusätzliche taktische Anreize, sodass Spieler stets anhand der verbleibenden Handkarten abwägen müssen, ob es lohnenswert sein könnte, einen der "dicken Brummer" zu retten oder eher auf Sicherheit zu spielen. Je häufiger man Tierisch bedroht spielt, desto selbstverständlicher wird das Zusammenspiel mit den übrigen Tierschützern. Und wer sich die Tiere auf den Statusstapeln merkt, weiß, dass mit fortschreitendem Spielverlauf möglicherweise noch punkteträchtige Tiere im Nachziehstapel warten. In diesen Fällen kann es taktisch durchaus sinnvoll sein, die Kartenhand danach auszurichten. Die Kompasskarte zeigt stets den Spieler an, der die jeweilige Runde beginnt. Bei maximal vier Spielern geht die Übersicht jedoch selten verloren, sodass das Herumreichen des Kompasses aus Gründen der Spielstraffung gern vermieden wird. Für alle, die eine solche Visualisierung benötigen ist die Kompasskarte jedoch ein nettes Gimmick.   

 

Das Spiel endet mit der Runde, in der die letzte Strategiekarte angewandt wurde. Diese Mechanik ist wunderbar, denn sie macht aus Tierisch bedroht ein zeitlich planbares Kartenspiel. Nach acht Spielrunde ist Schluss und die Gesamtpunktzahl wird anhand der Punktwerte der Tierkarten ausgewertet. Wie bereits von Willi Wörterwurm bekannt, gibt die Spielanleitung Aufschluss über die gemeinsame Leistung der Spieler.

 

Bildstrecke zu Tierisch bedroht

Infobox

Spielerzahl: 2 bis 4 Spieler 

Alter: ab 10 Jahren

Spielzeit: 15 bis 45 Minuten

Schwierigkeit: leicht

Langzeitmotivation: mittel

 

Verlag: Mogel Verlag 

Autor: Michael Loth

Erscheinungsjahr: 2016

Kosten: ca. 10 Euro

 


Fazit

War bei Perlentauchen und Willi Wörterwurm die Zielgruppe entscheidend für eine faire Bewertung, so kann man Tierisch bedroht problemlos als Kartenspiel für jedermann bewerten. Dabei schneidet das dritte Spiel vom Mogel Verlag gut ab. Die Karten sind liebevoll gestaltet und als Spieler spürt man, welche Arbeit sich hinter der Entwicklung eines Gesellschaftsspiels verbergen kann. Obwohl hohe Punktewertungen nicht leicht zu erreichen sind, ist der Spieleinstieg einfach. Die grundlegenden Regeln sind auch für Kindern schnell zu erfassen, sodass sich Tierisch bedroht in die Reihe der gelungenen Familienspiele einreiht. Die Spielmechanik der Strategiekarten ist Fluch und Segen zugleich: manchmal sorgt die verbleibende Auswahl für Spannung, etwa wenn eine gute Auslage ausgetauscht werden muss. In anderen Fällen verpufft der Effekt der Strategiekarten, sodass die Spielhandlung zu einer reinen Formalität wird.

 

Die grundlegende Siegbedingung, zwei Symbole in einer bestimmten Anzahl zu treffen, sorgt bei erfahrenen Strategen nur für kleine Freudentänze. Vielspielern wird bei Tierisch bedroht langfristig die Herausforderung fehlen, auch wenn es durchaus motivierend ist, die eigene Punktzahl in einer weiteren Partie zu verbessern. Dennoch weiß das kooperative Kartenspiel ob seiner Einfachheit zu überzeugen. Die Spielpartien sind oft spannend und kurzweilig, Freude und Ärgern wechseln sich mit den nicht immer vorhersehbaren Handlungen der Mitspieler ab. Diese kleinen emotionalen Momente tun dem Spielablauf spürbar gut, sodass das einfache Grundgerüst oft in Vergessenheit gerät.

Am Beispiel des Kartenspiels Tierisch bedroht zeigt sich: Spiele müssen nicht kompliziert sein, um zu unterhalten. 

(AV)

 

Wertung

Fazit Tierisch bedroht

Auszeichnung

Auszeichnung Tierisch bedroht: Mogel Verlag


*Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, das uns der Mogel Verlag zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank dafür. Die Wertung wird davon selbstverständlich nicht beeinflusst!


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Im Test: Epic PvP von Pegasus Spiele - Enter the Fist!

Wer gern klassische Deckbauspiele wie etwa Magic - The Gathering spielt, dem dürfte die folgende Situation bekannt vorkommen: Als Kriegsherr schickt man seine Truppen in den Kampf, wirft mit Zaubern um sich und platziert Artefakte an strategisch günstigen Stellen - nur um am Ende festzustellen, dass die Untertanen mal wieder auf ganzer Linie versagen. Beim Kartenspiel Epic PvP von Pegasus Spiele* kann euch das nicht passieren. Echte Krieger betreten selbst das Schlachtfeld und im Falle von Epic PvP die Arena.

In unserer nachfolgenden Rezension stellen wir euch das Deckbauspiel Epic PvP ausführlich vor und zeigen, warum PvP-Kämpfe ohne Cheats doch am meisten Spaß machen. 

Es gibt Goblin-Paladine...

Kartenspiel Rezension: Epic PvP von Pegasus

Das Fantasy-Kartenspiel Epic PvP weist starke Ähnlichkeiten zu dem Deckmixspiel Smash Up auf, das hierzulande ebenfalls beim Verlag Pegasus Spiele erschienen ist. Statt um die Weltherrschaft kämpft man bei diesem epischen Spieler-gegen-Spieler-Kartenspiel einfach um Ruhm und Ehre. Wer keine Lust darauf hat, sich völlig eigenständig ein Kartendeck zusammenzustellen, dabei auf komplexe Synergien zu achten und ständig neue Booster zu kaufen,  der bekommt mit Epic PvP ein passendes Spielkonzept präsentiert. In der Spielebox findet ihr neben 160 Spielkarten, 8 Übersichtkärtchen, 34 Spielmarker sowie ein 16-seitiges Regelheft. Die Spielkarten sind entsprechend der acht Übersichtsplättchen in 8 x 20 Kartengruppen unterteilt, wobei jeweils 80 Karten den Klassen und 80 Karten den Völkern zugewiesen sind. Bevor ihr also die Arena betretet, müsst ihr euch für die anstehenden Kämpfe vorbereiten. Dies geschieht auf eine ebenso simple wie geniale Idee: Jeder Spieler wählt aus den jeweils vier Völkern und vier Klassen einen Favoriten und legt damit sein persönliches Spieldeck fest. Zu den Völkern zählen Menschen, Hochelfen, Zwerge und Goblins. Als Klassen sind mit dem Hauptspiel Waldläufer, Paladin, Druide und Schurke verfügbar. Kombinieren dürft ihr dabei nach Herzenslust; klassische Kombinationen wie etwa Hochelfen-Waldläufer oder Zwergen-Paladine sind dabei genauso möglich, wie exotische Kämpfer. Wer schon immer mal in die Rolle eines Goblin-Paladins oder einen Zwerg-Druiden schlüpfen wollte bekommt beim Kartenspiel Epic PvP die Möglichkeit dazu. Da würde so mancher MMORPG'ler vor Neid erblassen.  

Habt ihr euch auf eine Völker-Klassen-Kombination festgelegt, sucht ihr anschließend die 20 Völker- sowie 20 Klassekarten auf dem Kartenkontingent heraus. Diese 40 Spielkarten bilden euer Deck und ihr seid innerhalb von fünf Minuten bereit für euren großen Auftritt in der Kampfarena.

 

Seltenes Vergnügen: Player vs. Player ohne Cheats

Gespielt wird Epic PvP in einem traditionellen Duell-System entweder 1-on-1 in der Variante für zwei Spieler oder 2-on-2 mit vier mutigen Kriegern. Partien im Skirmish-Modus, also Jeder-gegen-Jeder gibt es in einem Spiel mit vier Spieler jedoch nicht. Das Spielfeld in hilfsweise in verschiedene Bereiche unterteilt. Mittig vor euch liegen die Übersichtsplättchen eurer Völker-Klassen-Kombination, rechts daneben euer Deck. Zu eurer Linken platziert ihr eine Anzahl von Karten, die dem Wert des Blut-Symbols eurer Volkskarte entspricht. Dieser Kartenfächer repräsentiert eure Lebenspunkte. Der Ressourcenbereich, bei Epic PvP "Aggressionsstapel" genannt, befindet sich über eurer Kämpferübersicht. Mithilfe der Aggressionen zahlt ihr im Verlauf die Spiels eure Aktionen, mit denen ihr den Gegner malträtiert.


Ziel des Spiel ist, die Lebenspunkte eures Gegenspielers auf Null zu bringen und damit die Arena siegreich zu verlassen. Nur dann sind euch Ruhm, Ehre und ein Humpen Met gewiss - bei Zwergen gern auch ein Fässchen Met. Im Spiel agiert ihr stets abwechselnd und orientiert euch entlang der sieben Spielphasen, die jeweils eine Runde bilden. Diese bestehen namentlich aus: (1) Aggressionen erhöhen, (2) Karten ziehen, (3) Aktionen ausspielen, (4) Verteidigung aufbauen, (5) Verteidigen, (6) Schadensberechnung sowie (7) Schlussphase.

 

Zu Beginn eures Zuges baut ihr eure Aggressionen aus, indem ihr die zwei obersten Karten von eurem Deckstapel zieht und diese dem Aggressionsstapel hinzufügt. Anschließend entscheidet ihr, ob ihr Karten auf die Hand ziehen möchtet. Im Gegensatz zu klassischen Deckbauspielen zieht ihr die Karten jedoch nicht von eurem Deckstapel, sondern bedient euch aus dem Aggressionsbereich. Dies führt dazu, dass ihr schon früh in eurem Zug wählen müsst, ob ihr lieber weitere Handkarten verfügbar machen möchtet oder den Aggressionsstapel unangetastet lasst, um euch aus einem größeren Vorrat an Ressourcen zu bedienen. Mithilfe der Aggressionen spielt ihr nun eure Aktionskarten, deren Kosten mit der Kartenstärke steigen. Hier kommen auch die taktischen Möglichkeiten der Klassen-Völker-Kombinationen zum Tragen. Wie gewohnt teilen hinterlistige Schurken beispielsweise "kostenlose", aber leichte Schläge aus, während Paladine ihre Verteidigung mithilfe heiliger Energie verstärken. Fähigkeiten kosten zudem keine Ressourcen und bringen damit eine zusätzliche strategische Komponenten in den Spielablauf. In der Verteidigungsphase spielt ihr eure defensiven Aktionen, um die Angriffe eurer Gegner zu blocken. Wichtig ist zu beachten, dass eure ausgespielten Verteidigungen gleichzeitig eure zukünftigen Angriffe auf den Gegner darstellen, denen sich dieser in seiner Runde erwehren muss. Dadurch entsteht eine spannende Dynamik, die man dem Kartenspiel Epic PvP zunächst gar nicht zutrauen würde.   

 

Habt ihr Angriffe und Verteidigungen abgeglichen, folgt die Berechnung des Schadens. Dabei gilt: Jeder erfolgreiche Angriff verursacht einen Schadenspunkt, egal wie hoch der durchgegangene Schaden einer Aktion tatsächlich ist. Ein erfolgreicher Angriff kostet den Gegner daher eine Karte von seinem Lebensstapel, zwei erfolgreiche Angriffe folgerichtig zwei Lebenskarten und so weiter. Die Entscheidung, gegnerische Angriffe unverteidigt zu lassen ist je nach gewähltem Volk mehr oder weniger klug. Während muskelbepackte Zwerge mit sechs Lebenspunkten relativ ausdauernd sind, muss man mit den mickrigen vier Pünktchen von Goblins oder Hochelfen schon vorausschauender umgehen.

 

Taktische Tiefe erzeugen die unterschiedlichen Sonderregeln der Aktionskarten, Fähigkeiten oder permanenten Boni. Dies erlaubt beispielsweise das Ausspielen kostenloser Aktionen oder das Blocken von starken Angriffen mit einer vergleichsweise schwachen Verteidigung. Die im Spiel enthaltenen Marker repräsentieren diverse Buffs und Debuffs, mit denen ihr Angriffe und Verteidigungen stärkt oder schwächt. Besonders praktisch sind dagegen die speziellen Fertigkeiten der Klassen und Völker. Hochelfen steht etwa die mächtige Fähigkeit zur Verfügung, zusätzliche Karten zu ziehen, während Druiden sich mit etwas Glück gegen eine bestimmte Aktionen verteidigen können. Durch die verschiedenen Fertigkeiten macht es langfristig viel Spaß, immer neue Heldenkombinationen auszuprobieren. Das motiviert und hält Kartenspieler bei der Stange. Spannung erzeugen auch die 4-Spieler-Partien, in denen ihr euch mit eurem Spielpartner absprechen müsst, um das gegnerische Team effizient zu bekämpfen. Beide Spieler eines Teams spielen in ihren aktiven Zügen jeweils gleichzeitig, was die Downtime erfreulicherweise gering hält.

 

Zukunft gesichert: Erweiterbares Spielkonzept

Pegasus Spiele: Epic PvP 1. Erweiterung

Ein Spielkonzept, wie es das Fantasy-Kartenspiel Epic PvP bietet, schreit förmlich nach Erweiterungen. Bereits am ähnlich designten Kartespieltitel Smash Up kann man erkennen, wie viel Potenzial für AddOns in einem solchen Deckmixspiel steckt. Und tatsächlich lassen sich erste Informationen zu mindestens zwei Erweiterungen finden, von denen die 1. Erweiterung bereits ungefähr im August 2016 in deutscher bei Pegasus Spiele erhältlich sein soll. Selbstverständlich werden dann sowohl die Völker als auch die Klassen um einige Alternativen erweitert. Jeweils zwei zusätzliche Optionen pro Volk und Klasse erhaltet ihr pro Erweiterung. Damit lassen sich dann völlig neue Kombinationen ausprobieren. Als verrückter Ork-Druide umherzulaufen wird damit ebenso möglich, wie der Kampf mit einem Zwergen-Mönch. die 1. Erweiterung zu Epic PvP enthält die Klassen Barber und Mönch sowie die Völker Ork und Dunkelelf. Die zweite Erweiterung ist bisher nur in englischer Sprache bei AEG erhältlich und beinhaltet neben den Halblingen und dem Katzenvolk die Klassenoptionen Dunkelritter und Kleriker. Was Fantasy-Fans sofort auffallen dürfte ist die Tatsache, dass traditionsreiche Klassen wie etwa Hexenmeister oder Zauberer bisher noch nicht genannt wurden. Zukünftige Erweiterungen dürften bei der Klassen- und Völkerauswahl, die die verschiedenen Fantasy-Welten bereit halten also ziemlich sicher sein, sodass Fans von Epic PvP auch auf lange Sicht jede Menge Unterhaltung geboten werden wird.

 

Video Rezension zu Epic PvP von Pegasus Spiele

Unboxing Bildstrecke

Infobox

Spielerzahl: 2 bis 4 Spieler 

Alter: ab 12 Jahren

Spielzeit: ca. 15 bis 30 Minuten

Schwierigkeit: leicht

Langzeitmotivation: mittel

 

Verlag: Pegasus Spiele 

Autoren: Ryan Miller, Luke Peterschmidt

Erscheinungsjahr: 2016

Kosten: ca. 15 Euro

 


Fazit

Als Fazit unserer Rezension halten wir zunächst das Folgend fest: Wie gut ein Spiel unterhält, hängt letztendlich auch von den Erwartungen ab, die man als Spieler an die Spielmechanismen stellt. Wer im Falle von Epic PvP ein komplexes Deckbauspiel mit nahezu wissenschaftlich ausgeprägter Deckentwicklung erwartet, muss seine Ansprüche zunächst etwas herunterschrauben. Dann aber, weiß das Fantasy-Kartenspiel Epic PvP von Pegasus durchaus zu überzeugen. Der Einstieg gelingt durch die nachvollziehbaren Spielregeln schnell und stellt auch Einsteiger vor keinerlei Probleme. Kartenspielen wird mit diesem Deckmixspiel zu einem entspannten Erlebnis, bei dem nicht die Spielvorbereitung im Fokus steht, sondern die Duelle zwischen den Spielern. Dennoch sollte man die Anzahl möglicher Spieltrategien nicht unterschätzen: Epic PvP bietet viel Potenzial, um spezielle Taktiken auszuprobieren und die persönliche Spielweise über die richtige Völker-Klassen-Kombination zu definieren. Die Idee der Deckmixspiele eröffnet Verlagen und Autoren zudem die Chance, zügig neue Inhalte zu veröffentlichen, um das Kartenkontingent innerhalb kürzester Zeit auf ein episches Maß auszuweiten. Epic PvP von Pegasus Spiel ist ein ideales Fantasy-Kartenspiel für Einsteiger, denen TCGs und LCGs zu komplex sind. Spielekenner freuen sich dagegen auf gut erweiterbare Inhalte und neue Klassen-Völker-Experimente.

(AV)

 

Wertung


*Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, das uns der Verlag Pegasus Spiele zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank dafür. Die Wertung wird davon selbstverständlich nicht beeinflusst.


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Im Test: Crime Master - Tatort: Großstadt

Euer größter Traum war es schon immer in die Fußstapfen des weltbekannten Ermittlers Sherlock Holmes zu treten? Kein Abend vergeht bei euch ohne Criminal Minds, CSI oder einem spannenden Kriminalroman. Dann ist das Rätselspiel „Crime Master – Tatort: Großstadt“ von der Spielautorin Sonja Klein und dem Gmeiner Spieleverlag das passende Spiel für euch. Seid ihr bereit Teil eines Ermittlerteams für spannungsgeladene Kriminalfälle zu werden?

Dann ist unsere Rezension zum Kriminal- und Ratespiel „Crime Master – Tatort: Großstadt“ genau das Richtige für euch.

rätselhaftes Krimispiel für ausgefuchste Hobbyermittler

 Krimi-Spiel Rezension : Crime Master - Tatort: Großstadt

Tritt ein in die Welt von Crime Master  – Tatort: Großstadt und löse mit deinem Ermittlerteam fünfundzwanzig kuriose Kriminalfälle in Deutschlands Großstädten. Hier trifft man auf Bernd das Brot Sticker als Tathilfsmittel und mutwillig zerstörte Heidi Klum Rosen als Auslöser für ein schweres Verbrechen. Doch was nach dem ersten Leseeindruck der Fallkarten wie ein einfaches Ratespiel wirkt, wird schnell zu einem kniffeligen Katz und Maus Spiel um die Aufklärung der mysteriösen Fälle. Phantasievoll gestaltete Spielkarten und Kriminalfälle die überzeugen.

Unser erster Eindruck beim Unboxing des Spieles war durchweg positiv. Crime Master  – Tatort: Großstadt  wartet mit fünfundzwanzig aufwendig gestalteten und mit einer priese Humor versehenen Kriminalfallkarten und deren Aufklärungskarten auf, außerdem gibt es eine Ermittlungsakte, welche dem Ermittlerteam als Notiz- und Aufklärungsbogen dient. Einziger Wermutstropfen bei der Verarbeitung: Die Spielkarten sind aus relativ dünnem Karton gefertigt und somit anfällig für Knicke. Die Spielregeln sind verständlich beschrieben und so konnte es für uns nach ungewöhnlich kurzer Einarbeitungszeit ans Spielen gehen.

 

Schneller Einstieg in ein mysteriöses Kriminalrollenspiel

Das Spiel „Crime Master  – Tatort: Großstadt“ dreht sich in jeder Partie um die Auflösung eines spannenden Kriminalfalles. Zu Beginn wird ein „Crime Master“ ausgewählt, welcher als allwissender Ermittlungsleiter die Spielführung übernimmt. Die anderen Spieler übernehmen die Rolle der Ermittler. Sobald ein Fall aus dem verdeckten Stapel gezogen wurde, beginnt die verzwickte Suche nach Antworten und der Auflösung der Tat. Hierzu liest einer der Ermittler die Fallkarte laut vor und der „Crime Master“ macht sich im Geheimen mit seiner Aufklärungskarte des selben Falles vertraut. Kann es dann endlich losgehen, stellen die Ermittler dem „Crime Master“ nacheinander immer wieder Fragen zum Tathergang, möglichen Motiven, eingesetzten Hilfsmitteln oder dem Täter um den Kriminalfall präzise zu lösen. Dabei dürfen die Fragen vom „Crime Master“ nur mit Ja oder Nein beantwortet werden.


Wichtige Hinweise werden währenddessen von den Ermittlern in einer Ermittlungsakte vermerkt. Wurde der Kriminalfall gelöst oder fallen den Ermittlern keine Fragen mehr ein, ist das Spiel beendet und das Team wird mit Hilfe eines Bewertungssystems vom „Crime Master“  beurteilt.

Ein großer Vorteil von Crime Master  – Tatort: Großstadt* gegenüber anderen rätselhaften Rollenspielen ist, dass es auch für zwei Spieler und somit für eine Spielpartie zwischendurch sehr gut geeignet ist.

 

Uns sind während des Spielens besonders positiv die verzwickt und humorvoll, aber nicht albern wirkend, gestalteten Kriminalfälle aufgefallen. Fällt es dem einen oder anderen Mitspieler zu Beginn des Spieles noch schwer passende Fragen zu dem Kriminalfall zu stellen, baut sich nach kurzer Zeit schon eine Fallidee vor dem inneren Auge der Ermittler auf und der Fall und seine Aufklärung nehmen eine immer konkreter werdende Form an. Weil die Ermittlungsarbeit dennoch eine kniffelige Angelegenheit bleibt, dauerte bei uns die Auflösung einer Kriminaltat ungefähr dreißig Minuten, also deutlich länger als die auf der Umverpackung veranschlagten fünfzehn Minuten.

 

Unboxing Bildstrecke

Infobox

Spielerzahl: ab 2 Spielern 

Alter: ab 14 Jahren

Spielzeit: ca. 30 Minuten

Schwierigkeit: mittel

Langzeitmotivation: hoch

 

Verlag: Gmeiner Verlag 

Autorin: Sonja Klein 

Erscheinungsjahr: 2016

Kosten: ca. 10 Euro

 


Fazit

Das Rollen- und Krimikartenspiel Crime Master  – Tatort: Großstadt hat uns vom ersten Spielmoment an in seinen Bann gezogen. Die Fälle sind spannend und humorvoll gestaltet, die Auflösung bleibt bis zur letzten Spielminute eine kniffelige Angelegenheit für das Ermittlerteam.

Einziger Wermutstropfen ist, dass man sich nach dem durchlaufen der fünfundzwanzig Kriminalfälle mit einer hohen Wahrscheinlichkeit an Einzelheiten der Auflösungen erinnert und sie somit nicht ein weiteres Mal durchspielen wird.  Für Fans von den Brettspielen Mister X, Scotland Yard und Spielern die schon immer in die Fußstapfen von Sherlock Holmes treten wollten ein unbedingtes Muss.

(AMC)

 

Wertung


Und wer von Krimi-Brettspielen nicht genug bekommen kann, der freut sich schon jetzt auf unsere baldige Rezension des Krimi-Dinner-Spiels Mord in der Villa Mafiosa, ebenfalls vom Gmeiner Verlag. Demnächst wird also nicht nur gespielt und gemordet, sondern auch gekocht - stilecht Italienisch natürlich.

 

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Nachschub gesichert: Neue Erweiterung für Warhammer 40k Conquest

Die Beliebtheit der Living Card Games reißt nicht ab. Mittlerweile gibt es für nahezu jeden Geschmack das passende LCG. Einer der populärsten Titel ist das Living Card Game zum Warhammer-Franchise: Warhammer 40.000 Conquest. Obowlh der Release des Grundspiels noch gar nicht so weit zurückliegt, können Kartenspieler bereits auf unzählige Erweiterungen zurückgreifen. Dank Fantasy Flight Games beziehungsweise des Heidelberger Spieleverlags, bekommen Fans des LCG demnächst Nachschub in Form der neuen Erweiterung Auf der Suche nach Wahrheit. Alle, die mit dem LCG aus dem Warhammer 40K Universum noch gar nichts anfangen können, sollten den nachfolgenden Artikel aufmerksam lesen.

Warhammer 40k Conquest LCG: Das Grundspiel

Die Welt um Warhammer 40K ist ursprünglich als Sci-Fi-Ableger für das Tabletop Warhammer Fantasy aus dem Hause Games Workshop entstanden. In einer antiutopischen Zukunft kämpfen verschiedene Spezies um die Vorherrschaft auf dem Planeten. Knappe Ressourcen und der alltägliche Wahnsinn der Fraktionsanführer sind ideale Zutaten für ein Eroberungsspiel, in dem Konflikte keine Ausnahme, sondern die Regel sind. Das Living Card Game Warhammer 40K Conquest - Das Kartenspiel basiert auf eben diesem Szenario und bietet 2 Spielern spannende Unterhaltung in Spielrunden mit einer Dauer von rund 60 Minuten. Wie vergleichbare LCGs (u.a. Star Wars - Das Kartenspiel, Game of Thrones, oder Netrunner) ist auch das Warhammer-Cardgame ein reines 2-Spieler-Spiel. Aus rund 200 Karten, die insgesamt sieben Fraktionen zugeordnet sind, bauen die Spieler selbst ihr Deck. Mit von der Partie sind unter anderem die coolen Space Marines, die Streitkräfte des Chaos sowie die dreckigen Orkse. Für Abwechslung dürfte also gesorgt sein. Bei der Deckzusammenstellung sind die Spieler relativ frei, einzige Einschränkung: Die Karten von maximal zwei Fraktionen dürfen kombiniert werden.

Der Spielablauf selbst ist einsteigerfreundlich und in Phasen unterteilt, die nacheinander abgehandelt werden. Bei Unsicherheiten hilft bereits ein kurzer Blick in das gute Regelwerk. Selbst blutige Anfänger werden mit Warhammer 40K Conquest - Das Kartenspiel kaum Probleme haben. Sämtliche Mechanismen sind nachvollziehbar, die Kartenbeschreibungen tun ihr Übriges, um für einen flüssigen Spielablauf zu sorgen. Wer auf der Suche nach einem guten Living Card Game ist, der sollte sich den Ableger aus dem Warhammer Universum anschauen.

 

Neues Kriegspack: Auf der Suche nach Wahrheit

Bild: Heidelberger Spieleverlag
Bild: Heidelberger Spieleverlag

Nun zu den Neuigkeiten. Nach der Ankündigung des Kriegspacks Zerfetzen und Verbrennen, gibt es erneut gute Nachrichten für Euch Warlords dort draußen. Wie der Heidelberger Spieleverlag auf seiner Webseite verkündet, erscheint im dritten Quartal 2016 das neue Kriegspack Auf der Suche nach Wahrheit für das beschrieben Living Card Game Warhammer 40K Conquest - Das Kartenspiel. Fans des Warhammer-LCG wird das natürlich freuen, denn als "Warlord" sind neue militärische Einheiten und modernes Kriegsgerät stets willkommen. Mit dem Kriegspack erhaltet Ihr weitere 60 Karten, mit denen Ihr jede Menge strategische Feinheiten ausarbeiten könnt, um Euer bestehendes Deck noch schlagkräftiger zu machen. Wie in den vorhergehenden Mini-Erweiterungen sind auch in Auf der Suche nach Wahrheit unterschiedliche Kartentypen enthalten: Neben neuen Charakteren auch Einheitenkarten sowie völlig neue Orte. Zudem enthält das Kriegspack die Karten 65 bis 86 des Todeswelt-Zyklus (Todeswelt 4). Fans des Warhammer-LCG sollten sich das 3. Quartal 2016 also im Kalender markieren, um den Nachschub für die Kriegstruppen zu sichern.

 

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Schweinerei von Winning Moves: Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke!

Danke an den Düsseldorfer Verlag Winning Moves für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Es gibt Brettspiele, die den Spielern Unmengen an Spielmaterial vorsetzen. Und dann gibt es Spiele wie "Schweinerei", die durch ihren konsequenten Verzicht auf überflüssigen Schnickschnack auffallen, um den Spielern eine unmissverständliche Botschaft zu vermitteln: Hier zählt einzig und allein der Spaßfaktor!

Und in der Tat wäre es bei "Schweinerei" saudämlich, das Spiel nur auf den Verpackungsinhalt zu reduzieren. Der besteht nämlich aus genau 2 Gummischweinen, 2 Bleistiften, einem Punkteblock sowie der Spielanleitung - alles platzsparend verpackt in einer Reisebox. Bei dieser Ausstattung wird deutlich, aus welchen Gründen "Schweinerei" sich perfekt als Reise- oder Mitnehmspiel eignet.

 

Bei "Schweinerei" lernen Schweine das Fliegen. Aber was am Ende wirklich zählt, ist allein die Landung der Schweine und deren Gefechtsstellung auf dem Brettspieltisch, die darüber entscheidet ob und wie viele Punkte der würfelnde Spieler einheimsen konnte. Um Missverständnisse und Regellücken von vornherein zu vermeiden, empfiehlt die Spielanleitung, einen Spieler zum Schweinehirten zu befördern, der fortan die Punkte notiert und bei unklaren schweinischen Positionen über die erzielte Punktzahl bestimmt.

Wie läuft das Spiel ab?

Rezension Schweinerei von Winning Moves

Das Regelwerk von Schweinerei passt auf eine einzelne Seite der kompakten Spielanleitung. Zunächst sollte die Spielerrunde einen Schweinehirten auserwählen. Die Kriterien für die Auswahl des idealen Schweinehirten dürfen von Euch frei bestimmt werden: Ob ihr Aussehen, Intelligenz, Machthunger, Professionalität im Umgang mit Schweinen oder freiwilliges Engagement als Auswahlkriterium festlegt - ihr könnt Euch sicher sein, dass der Schweinehirte seinen Titel mit Stolz tragen wird. Er ist derjenige, der Regelunklarheiten sofort und kompetent beseitigt, notfalls auch durch fantasievolle Regelkreationen.

Bei "Schweinerei" gewinnt, wer zuerst 100 Punkte auf seinem Konto verbuchen konnte. Der Spielablauf ist so simpel wie er nur sein könnte. Der Startspieler beginnt zu würfeln und sammelt Punkte, deren Höhe sich nach den Positionen der Schweine richtet. Der Clou: Der aktive Spieler darf so oft würfeln wie er möchte, um dem Punkteziel näherzukommen. Fallen die beiden Schweine jedoch in für ihn ungünstige Positionen, sind die Punkte weg oder er fliegt gleich ganz aus dem Spiel. 

Mission impossible? Nichts ist unmöglich!

Sauhaufen: Alle Punkte sind weg
Sauhaufen: Alle Punkte sind weg

Vor dem Spielstart kommt einem so manche schweinische Stellung völlig unmöglich vor. Diese Annahme entpuppt sich während des Spielens als großer Fehler. Der links abgebildete Sauhaufen tritt häufiger auf als Spielern auf Punktejagd lieb ist, einzig die Schweinerei konnten wir bisher nicht erwürfeln. Je abgedrehter die Positionen der Gummischweine, desto mehr Punkte bekommt ihr. Kombinationen führen dabei zu kleinen Punkteboni. Trotz der simplen Spielidee kommt bei "Schweinerei" mächtig Stimmung auf, wenn die pinkfarbenen Hauptdarsteller sich plötzlich zu unerwarteten Aufstellung zusammenfinden. 

Schweine to go

Schweinerei: Du fliegst aus dem Spiel!
Schweinerei: Du fliegst aus dem Spiel!

"Schweinerei" ist das perfekte Mitbringspiel. Egal ob auf der Zugreise, im Flugzeug, auf der nächsten Geburtstagsparty oder für Geschäftsleute in den Pausen zwischen zwei Meetings: Schweinerei macht einen Riesenspaß und bietet kurzweilige Unterhaltung. Das einfache und bebilderte Regelwerk macht sprachliche Verständigung zudem überflüssig, sodass "Schweinerei" eines der Würfelspiele ist, die Kulturen verbinden. Und auch Kinder haben dank der Nachvollziehbarkeit der Regeln schnellen, unkomplizierten Spaß mit diesem Spiel aus dem Hause Winning Moves. Der nächste Kindergeburtstag wird damit bestimmt nicht langweilig.

 

Regeln selbst gemacht

In der Spielanleitung und auf der Rückseite der Spielverpackung sind einige mögliche Schweinestellungen abgebildet, jedoch nicht alle. Unbekannte, neue Positionierungen benennt ihr selbst und vergebt anschließend eine Punktzahl für das Einzelschwein sowie das pinke Doppel. Euren Fantasien sind dabei keine Grenzen gesetzt: Spielt der Abstand eine Rolle? Teilt ihr den Spieltisch in Sektoren ein? Würfelt ihr mit beiden Schweine gleichzeitig oder nacheinander? Seid kreativ und verbessert Euer Spielerlebnis mit "Schweinerei" durch das Erfinden eigener Regeln! Der Königsweg: Wer mutig genug ist, legt sich mit dem mächtigen Schweinehirten an und feilscht um Punkte.

Ich kann Euch den Würfelspaß "Schweinerei" von Winning Moves wärmstens empfehlen. Dieses Spiel macht als Erwachsener genauso viel Spaß wie als Kind. Und dass Spielspaß das einzige ist, das zählt, merkt ihr bereits mit dem ersten Schweinewürfelwurf. Für rund 9 € bekommt ihr maximalen Spielspaß für minimalen Einsatz. Viel Spaß!

 

Infobox

Spieler: 2 bis 5

Alter: ab 10 Jahren

Spielzeit: 15+ Minuten

Schwierigkeit: saueinfach

Langzeitmotivation: mittel, durch schnelle und kurzweilige Spielrunden

 

Verlag: Winning Moves

Preis: ca. 9 €

Fazit

Um es auf den Punkt zu bringen: Schweinerei von Winning Moves ist saueinfach und schweinisch gut!

 

Wertung

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Star Wars meets Carcassonne: Ab dem 05. Oktober 2015

Am 05.Oktober treffen zwei meiner Lieblingsmarken aufeinander: Star Wars und das Kult-Brettspiel Carcassonne von Klaus-Jürgen Wrede. Es ist die Verschmelzung zweier Giganten - und für brettspielende Star Wars Fans oder star warsige Brettspielliebhaber dürfte ein Traum in Erfüllung gehen. Endlich wieder eine Filmumsetzung deren Kauf sich auch lohnt. 

  Carcassonne - Star Wars Edition


Das Brettspiel Carcassonne dürfte den meisten Spielern auf ihrer Reise durch die Brettspielgeschichte bereits begegnet sein. Ein Großteil hat Carcassonne wahrscheinlich selbst gespielt - und die allermeisten Spieler haben das Spiel aus dem Hans im Glück Verlag für gut oder sogar herausragend gefunden.

Carcassonne gewann im Jahr 2001 verdient die Auszeichnung zum Spiel des Jahres. Mit der brandneuen Carcassonne Star Wars Edition verändert sich vieles am Urspiel - das großartige Spielprinzip bleibt jedoch nahezu unangetastet und wurde nur an wenigen Stellen modernisiert. Spannende Duelle bereichern das Spielerlebnis und machen aus den 25 kleinen und 6 großen Meeples wahre Sternenkrieger. Natürlich geht es auch in Carcassonne - Star Wars um den klassischen Kampf zwischen Gut und Böse. Besonders toll: In der Spielbox ist ein Aufkleberset enthalten, das Bildchen von bekannten Charakteren aus dem Star Wars Universum enthält. Die formschönen Meeples können so wunderbar beklebt werden und fügen sich perfekt in die SciFantasy-Welt ein. Die Legekarten sind hervorragend designed und machen optisch einen tollen Eindruck. Planeten, Asteroidengürtel und Sternstraßen verströmen authentische Star Wars Atmosphäre.

2 bis 5 Spieler ab 7 Jahren werden pro Partie rund 40 Minuten auf höchstem Niveau unterhalten.


Am 05. Oktober 2015 erscheint Carcassonne - Star Wars Edition. Pünktlich zur Spiel'15 in Essen. Zufall? Nein!

Eilige Spieler können Carcassonne Star Wars bereits jetzt vorbestellen:

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The Game: Günstiges Kartenspiel mit maximalem Spaßfaktor

Alle gegen einen. So lautet das Motto des Kartenspiel The Game von Steffen Benndorf. Obwohl das Kartenspiel absolut nichts mit dem tollen Thriller mit Michael Douglas zu tun hat, ist es mindestens genauso unterhaltsam. Ich habe mir The Game genauer angeschaut und zeige Euch, warum und für wen sich eine Anschaffung auf jeden Fall lohnt.

The Game -Spiel solange Du kannst

Zunächst sei gesagt: Für 7.99 Euro kann man ohnehin nichts falsch machen. Das Kartenspiel des Nürnberger Spielkarten Verlags ist aber kein billiges Ramschprodukt, sondern der Preis lediglich ein Zeichen dafür, dass auch Spiele mit geringem Materialeinsatz enorm viel Spaß machen können. Grundlos wurde The Game schließlich nicht auf die Nominiertenliste für das Spiel des Jahres 2015 gesetzt.

 

Aber der Reihe nach. Worum geht es eigentlich bei The Game?

Für ein Kartenspiel etwas ungewöhnlich ist zumindest der Umstand, dass es sich um ein rein kooperatives Ablegespiel handelt. Alle Mitspieler spielen gegen das Spiel, niemand nimmt die Rolle eines bösen Oberschurken ein. Schön für alle, die sich nur schwer auf derartige Rollen einigen können. Schlüssel zum Erfolg sind gute Absprachen und ein absolut gemeinsames Vorgehen. Je besser die Kooperation funktioniert, desto weniger Karten bleiben am Ende übrig. Eine schwierige Profivariante birgt zusätzliche Langzeitmotivation. Übrigens: The Game ist auch komplett alleine Spielbar!

 

Vier Kartenreihen - zwei von 100 bis 0 und zwei von 0 bis 100 - müssen aufgefüllt werden. Jeder Spieler hält dazu sechs Karten mit den Werten von 2 bis 99 auf der Hand. Der Ablegeort bleibt der Spielerrunde überlassen und genau hier kommt die Taktik ins Spiel. Werden die Lücken zu groß, verringert sich die Chance noch eine passende Karte ablegen zu können. Absprachen sind also nicht nur wichtig, sie sind zwingend notwendig, um die Kartenreihen klug und schrittweise zu füllen. Bleiben am Ende weniger als 10 Karten übrig gewinnen die Spieler. Andernfalls siegt The Game und freut sich stillschweigend über den Sieg.

 

Das Regelwerk zu verstehen dauert nur wenige Minuten. Das Kartendesign gewinnt zwar keine Kunstpreise, erfüllt aber seinen Zweck und ist stets übersichtlich.

 

Fazit

The Game ist ein Knaller, ein Killer, ein Knobelspiel. The Game ist DAS Spiel - unbedingt testen. Und Ihr werdet definitiv noch länger spielen als Ihr könnt.

 

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Auf zu den Waffen: Das Game of Thrones Kartenspiel für Zwei

Wie im echten Leben: Auf den Karten-Flop folgt ein Karten-Top. Bevor ihr heute Abend wieder mit den Promis im Dschungelcamp mitfiebert, laufen auf RTL 2 die nächsten zwei Folgen der Serie "Game of Thrones". Und auch zu dieser, zugegebenermaßen starken, Lizenz gibt es ein Kartenspiel, das Fans und Kartenspielliebhaber ganz tief in die Geschichte um das Spiel um Throne eintauchen lässt. Ich möchte Euch die HBO Version des GoT-Kartenspiels vorstellen und Euch bereits jetzt ans Herz legen, dieses Card Game auszuprobieren: Spaß garantiert!

Game of Thrones

Das Kartenspiel

 

Nicht nur hier in NRW schneit es, auch in Westeros naht der Winter. Wo sich unsereins mit eisglatten Straßen und verspäteten Zügen der Deutschen Bahn herumplagen muss, sind die armen Westerosi ganz anderen Gefahren ausgesetzt: Die Weißen Wanderer kommen! Und als wäre das nicht schon genug, balgen sich auch noch unzählige Clans um den Anspruch auf den Eisernen Thron.

Bei dem vorgestellten Kartenspiel handelt es sich um eine spezielle 2-Spieler-Version und nicht um das Game of Thrones LCG (dazu habe ich bereits ein Special in Planung). Was dem Spiel in Sachen Komplexität fehlt, macht es durch niedrige Einstiegshürden wieder wett.

 

Das Kartenspiel bedient sich selbstverständlich der beeindruckenden Fantasygeschichte der Buchvorlage von George R.R. Martin.  Das Haus Stark steht in ständigem Clinch mit den goldenen Löwen aus dem Hause Lennister. Die beiden Kartenspieler übernehmen dabei jeweils eines der beiden Traditionshäuser und kämpfen um die Vorherrschaft in Westeros. Was einfach klingt, ist es letztendlich auch. Aber genau dies macht für mich den Reiz eines guten Kartenspiels aus. Ein schneller Einstieg, gefolgt einem einem spannenden Finale, auf das dann die Freude auf die nächste Partie folgt. Selbst Kartenspieler, die sich mit der Thema "Game of Thrones" überhaupt nicht auskennen, dürften mit diesem Card Game ihren Spaß haben. Die gute deutsche Anleitung führt Euch anschaulich durch die ersten Probeläufe und lässt Euch mit Regelproblemen nur äußerst selten allein. Dann hilft ein Blick in eines der Brettspiel-Internetforen, wo Game of Thrones Spielen ähnliche Emotionen entgegengeworfen werden, wie anderen polarisierenden Marken (man denke nur an den MMORPG-Sektor und die obligatorischen Fanboys und Hater). Über die Stärke der beiden Häsuer herrscht ein wenig Unmut. Die eine Seite behauptet, die Starks wären zu stark (ha!). Die Anderen zweifeln daran, dass die Löwen von Lennsiter jemals verlieren könnten. Diese Diskussion zeigt bereits, dass das Balancing so schlecht nicht sein kann.

 

Bis auf wenige, für Kartenspiele leider typische, Timingfragen, spielt sich das GoT-Kartenspiel recht flüssig und ohne Unterbrechungen. Kleinere Regelfragen können problemlos selbst diskutiert werden, denn die eigenen Regelabkommen beeinträchtigen das Spielerlebnis nicht. Nach der Einspielphase gilt: Rund 45 Minuten seid ihr mit einer Partie beschäftigt. Das schreit förmlich nach mehreren Spielrunden und macht mit wechselnden Rollen am meisten Spaß.

 

Wie bereits erwähnt mangelt es dem Kartenspiel an Komplexität, was bei 2-Spieler-Versionen jedoch zu verschmerzen ist. Unmut kommt nur auf, wenn der Gegner ein wirklich glückliches Händchen beim Kartenziehen beweist und dadurch von Beginn an ein Ungleichgewicht entsteht. Das kann passieren, aber Glück ist immerhin auch ein guter Spannungsfaktor.

 

Die Aufmachung der 132 Spielkarten sowie der Spielmarker und Standarten ist gelungen und wie von FFG gewohnt, hochwertig. Die Zusammenarbeit mit dem Heidelverger Spieleverlag ist wie immer tadellos.

 

Der Spielablauf ist intuitiv und besteht aus mehreren Schritten, die von den Spielern abgearbeitet werden. Die Strategiephase bestimmt bestimmt jeweils die aktuelle Vorgehensweise. Nach dem Auffüllen der Hand im zweiten Schritt (Nachziehen von Karten) folgt der Aufmarsch, also die Auszahlung von Goldmünzen, die sich an der Strategiekarten orientiert.  Nun steht der Höhepunkt des Spielzuges bevor: Die Herausforderung! In diesem Schritt wird es militärisch und der aktive Spieler wählt aus verschiedenen Manövern (Militärschlag, Intrige, Machtkampf), um den Gegner zu schwächen. Anschließend stellen die Häuser ihre Herrschaftansprüche in der Phase Herrschaft fest und verteilen den Machtmarker. Die Rgeneration nach dem Kampf findet in der Phase Aufrichten statt und macht die Einheiten wieder kampfbereit. Damit das Gold nicht in eure Hosentaschen wandert, gebt ihr den Überschuss wie ab (Phase: Abgaben). Nun ist der zweite Spieler an der Reihe und beginnt von vorn.

 

Für rund 20 - 23 € macht ihr mit diesem Zwei-Spieler Kartenspiel nichts falsch.Fans der Serie und Kartenspielfreunde werden sicher ihren Spaß mit diesem Card Game haben.

 

Spannende Abende wünsche ich Euch!

 

 

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Im Wandel der Zeiten - Eisenzeit: Der Klassiker als Würfelspiel

Das Brettspiel "Im Wandel der Zeiten - Eine Geschichte der Zivilisation" ist, gemessen am Erscheinungsjahr 2006, noch gar nicht so alt und trotzdem gehört es in den Bereich der absoluten Brettspielklassiker.  Als das Spiel im Jahre 2008 dann auch in Deutschland erschien waren die ersten Kontingente schnell vergriffen. Strategie-Fans aus vielen Ländern weltweit wurden in den Bann dieses einzigartigen Spiels gezogen, das heute für Preise von rund 80 € und mehr gehandelt wird. Glückwunsch an alle Besitzer. Damit nicht nur Klassik-Liebhaber auf ihre Kosten kommen wurde "Im Wandel der Zeiten" als Würfelspiel neuaufgelegt. Der neueste Ableger der Würfelreihe: Im Wandel der Zeiten - Eisenzeit.

Im Wandel der Zeiten aus dem Hause Pegasus Spiele
Im Wandel der Zeiten aus dem Hause Pegasus Spiele

Auch die Würfelspiele des Zivilisations-Strategie-Spiels "Im Wandel der Zeiten" sind häufig vergriffen und erfreuen sich großer Beliebheit unter den  Gesellschaftsspielern. Grund genug, diesem tollen Spiele eine eigene Brettspiel News zu widmen. Erfahrene Spieler merken schnell, dass "Im Wandel der Zeiten" nicht allein wegen des großen Namens einen guten Ruf genießt. Wie das Brettspiel beherbergt auch die Würfelvariante eine ausgeklügelte Spielidee, die selbst Brettspiel-Einsteiger sofort in ihren Bann zieht. Durch das Errichten von strategisch wichtigen Gebäuden wie Häfer oder Monumente erlangen die, von den Spielern verkörperten, Zivilisationen im Verlaufe des Spiels immer mehr Macht und somit auch immer größeren Reichtum und Einfluß. Als wären diese Bauvorhaben nicht schon schwierig genug zu meistern, spielen auch Barbarenhorden und überraschende Katastrofen den Würfelspielern übel mit. 

Der taktisch-strategische Anspruch ist im Würfelspiel "Im Wandel der Zeiten - Eisenzeit" natürlich wesentlich niedriger als in der Brettspielvariante, dafür ist die Würfelversion ein tolles Spiel für die gesamte Familie. Langzeitspaß ist garantiert, wenn die gut verarbeiteten Steckbretter und schön verzierten Würfel erstmal auf dem Spieltisch liegen.

Wenn das Würfelspiel "Im Wandel der Zeiten - Eisenzeit" der neueste Ableger ist, muss man wenig logische Überlegungen anstrengen, um zu dem Schluss zu gelangen, dass es auch Vorgänger geben muss. Diese beschäftigen sich thematisch mit weiteren wichtigen Epochen der Zivilisationsgeschichte: Im Wandel der Zeiten - Bronzezeit und die Erweiterung Im Wandel der Zeiten - Späte Bronzezeit setzen ebenfalls auf Zivilisationsentwicklung und bieten Gelegenheit, um den Brettspielabend zu einer spannenden Geschichtsstunde werden zu lassen. Unbedingt anspielen, es lohnt sich!

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Star Wars X-Wing: Ein Miniaturen-Spiel in Vollendung

Die Welt der Tabletop Spiele ist bunt, regelbehaftet und daher teilweise sehr komplex und nicht immer einsteigerfreundlich. Der Heidelberger Spieleverlage hat mit "Star Wars X-Wing" ein Miniaturen-Spiel im Sortiment, das sich an Einsteiger und Veteranen gleichermaßen wendet. Unzählige Erweiterungen lassen den Einstieg ein wenig unübersichtlich erscheinen. Wie immer trügt der Schein und ich stelle Euch die Star Wars Tabletop-Variante im nachfolgenden Blogartikel ausführlich vor.

Die Alarmsirenen heulen unaufhörlich. Zeit, die Pilotenhelme aufzusetzen und zum nächsten Fluggefährt zu sprinten. Jede Sekunde zählt, wenn das galaktische Imperium zum Großangriff auf die kürzlich entdeckte Rebellenbasis ruft. Das X-Wing Miniaturen-Spiel ist Star Wars pur. Fans werden diese einsteigerfreundliche Tabletop-Reihe lieben. Auf Seiten des Imperiums oder der Rebellenallianz machen die Spieler sich daran, die gegnerischen Flottenverbände zu minimieren und so die Kontrolle über den Luftraum zu erobern. Das leicht verständliche Regelwerk ermöglicht dabei einen schnellen Einstieg, der die spannenden Raumkämpfe bereits kurz nach dem Öffnen der Spielbox auf die Spieltische bringt.

Das Spielprinzip basiert auf legendären Dogfights, also klassischen 1-zu-1 Kämpfen, die jeweils nur den besseren Flieger überleben lassen. Mit zwei Spielern entfaltet das Star Wars X-Wing: Miniatures Game somit bereits sein volles Potential. In Kürze erscheint jedoch auch eine dritte spielbare Fraktion, die einen Mitspieler in die Rolle der Verbrecherlords und Kopfgeldjäger schlüpfen lässt: "Scum and Villany", also Abschaum und Schurken ist der wohlklingende Name, der andeutet mit welchen Mitteln diese Fraktion zu kämpfen gedenkt.


Am Anfang war das Grundspiel


Der Einstieg in die Pilotenwelt ist einfach. Das Tollste vorweg: Das Grundspiel von Star Wars X-Wing ist derzeit sehr günstig in diversen Onlineshops zu bekommen. Amazon bietet die Starterbox zum Preis von lediglich 22.99 € an. Eine satte Ersparnis zum UVP von sonst rund 34 €.

Nachdem das Grundspiel bei Euch angekommen ist, könnt ihr euch ohne Umwege direkt in die Cockpits eurer 1-Mann-Jäger begeben und die Triebwerke starten. Mit dem namensgebenden X-Wing und dem legendären Tie-Fighter (für den ebenso legendären Sound müsst ihr leider selbst sorgen) sind bereits in der Grundbox zwei der bekanntesten Schiffmodelle enthalten. Die Details der Miniaturen sind unglaublich. Auf dem Spieltisch kommt echte Star Wars Atmosphäre auf, die die Herzen der Fans höher schlagen lässt. Mitten drin statt nur dabei ist ein Sprichwort, das perfekt zum Star Wars Miniatures Game passt.

Jedes Schiffsmodell hat  seine individuellen Flugeigenschaften und Bewaffnungen und damit auch jede Menge Vor- und Nachteile. Geschickte Piloten nutzen die Vorzüge der ausgewählten Raumer und vermindern die nachteile durch taktische Flugmanöver und eine geschickte Positionierung auf dem Spielbrett, das ganz nebenbei einen etwas größer dimensionierten Tisch als Unterlage benötigt. Für eine noch tollere Atmosphähre lohnt sich das Bauen eines "echten" Sternenhimmel-Spielbretts. Geeignete Materialien dafür gibt in jedem Baumarkt. EIne große MDF-Platte und etwas Farbe reichen schon aus, um den idealen Untergrund für Star Wars X-Wing zu schaffen.  Für einen sofortigen Einstieg sorgen zahlreiche Youtube-Anleitungen, unter denen auch eine offizielle von Fantasy Flight Games zufinden ist. Kernelement des Spiels sind strategische Flugmanöver, die sich durch das Anlegen von Entfernungs- und Flugmanöverstreifen auf das Spielfeld übertragen lassen. Eine Prise Würfelglück gehört ebenfalls zur Spielidee, verärgert aber nur selten und macht das Spiel dafür spannender. Gegnerische Manöver sind nicht immer vorauszusehen, sodass Star Wars X-Wing stets lebendig und unterhaltsam bleibt.


Die Erweiterungen


DIe Anzahl der Erweiterungen spiegelt den Erfolg des Miniaturenspiel wider. Satte 26 Artikel warten darauf von geeigneten Piloten gekauft zu werden. Dabei ist so ziemlich jedes populäre Schiffsmodell aus dem Star Wars Universum vorhanden. Vom Advanced Tiefighter, in den schon Darth Vader seinen athletischen 2-Meter-Körper gequetscht hat über den schnittigen A-Wing bis hin zum legendären Frachter Millennium Falcon sind alle Modelle spielbar, die Star Wars Fans sich wünschen können. In der nachfolgenden Bildergalerie bekommt ihr einen Überblick über die erhältlichen Erweiterungen. Jedes AddOn bringt einige neue Elemente ins Spiel. Taktisch abwechlungsreiches Vorgehen ist also gewährleistet.

 

Ständig in Bewegung die Zukunft ist

 

Das Ende von Star Wars X-Wing ist noch lange nicht gekommen. Fantasy Flight Games hat noch viele Ideen in der Hinterhand. Die bereits erwähnte dritte Fraktion der Schurken ist nur eine davon. Für den Anfang des Jahres 2015 ist bereits der Release des nächsten umfasenden Grundspiels geplant. Es hört auf den Namen Star Wars Armada und setzt auf ganze Flottenverbände statt auf empfindliche 1-Mann-Jäger. Raumschifftaktiker und Nachwuchs-Admiräle dürfen also schon gespannt sein und den Kommando-Sessel des Sternenzerstöres polieren.

Der Bereich von Star Wars X-Wing: Miniatures Games strotzt vor käuflichen Gimmicks, die jedoch keine reine Gedlschneiderei sind, sondern ihre Daseinsberechtigungen haben. Neben Würfeln (übrigens auch als Würfel-App für Android und iOS erhältlich) sind auch flexibel zusammenlegbare Spielunterlagen erhältlich.

 

Besonders spannend klingen die Features zahlreicher Star Wars X-Wing Apps. Mit diesen kleinen Programm werden die Spieler dann nicht nur eigene Szenarien entwerfen können, sondern auch in der Lage sein die spannenden Minigeschichten mit anderen zu teilen. Andere Apps stellen dagegen die Soundfiles der Raumschiffe zur Verfügung und verleihen dem Spielerlebnis noch mehr Tiefe.

 

Ideal für Einsteiger

 

 Erfahrene Tabletop-Spieler freuen sich über die vielen taktischen Möglichkeiten von Star Wars X-Wing, Einsteiger bekommen dagegen schnelle Action geboten und können die langsam steigende Lernkurve nutzen, um es bis zum Piloten-Ass zu schaffen. Wer noch nie ein Tabletop-Spiel gespielt hat, sollte unbedingt Probe spielen. Aber ich wette ihr werdet an Star Wars X-Wing: Miniatures Games kleben bleiben.

 

Viel Spaß!

 

 

 

Star Wars X-Wing: Miniatures Spiel

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Intergalaktischer Brettspielspaß: Metallum - die Deutsche Ausgabe

Auf der Suche nach Neuheiten aus dem Reich der Brettspiele bin ich, als alter Sci-Fi-Veteran, auf das vielversprechende Brettspiel Metallum aus dem Hause des Heidelberger Spieleverlags gestoßen. Das Strategiespiel ist auf knackige 2-Spieler-Partien ausgelegt und weiß mit einem futuristischen Szenario zu glänzen. Einer der tollsten Jobs im Universum ist seit jeher der des Piloten. Bei Metallum schlüpft jeder Spieler in eben diese Rolle und wird zum erfahrenen Frachter-Piloten. Richtig gelesen, das zu steuernde Gefährt ist ein riesiges Fabrikraumschiff und kein wendiger Kampfjäger. Das schmälert den Spielspaß jedoch in keinster Weise, denn auch als Kommandeur eines etwas behäbigen Industrieschiffs können spannende Abenteru durchlebt werden.


Ziel des Spiel ist den namensgebende n und äußerst wertvollen Rohstoff "Metallum" zu finden. Zahlreiche Planeten und alte Forschungsanlagen warten auf ihre Entdeckung. Mithilfe von Spährobotern erforschen die Brettspieler das Universum. Um einen Weg durch das All zu finden und letztendlich die seltenen Metallum-Vorkommen zu erreichen ist eine weise Programmierung der Schiffsteuerung wesentlicher Bestandteil des Pilotenlebens.

Die Autoren des Brettspiels Metallum setzen auf knackige, strategische Entscheidungen und statten die Spieler mit gut verarbeitetem Spielmaterial aus. Neben Planeten-Platten und Karten gibt es zwei schöne Spielerschiffe und jede Menge technische Zubehörteile, die nur darauf warten in die Schiffe eingebaut zu werden. Metallum wird dadurch auch optisch zu einem echten Leckerbissen für den Spieltisch. Rund eine Stunde Spielzeit pro Partie bieten genügend Zeit für ausgiebige Unterhaltung. Unter den Neuheiten aus der Welt der Brettspiele gehört Metallum für mich zu einem besonders interessanten Kandidaten, da neben strategischem Geschick auch die Spielzeit positiv zu bewerten ist. 60+ Minuten für ein Zwei-Spieler-Brettspiel ist eine Wucht. Zudem ist das Brettspiel vergleichsweise günstig in der Anschaffung. Mit Preisen von durchschnittlich 25 € ist Metallum zwar nicht unbedingt günstig für ein 2-Spieler-Brettspiel, jedoch ein Schnäppchen wenn man den Spielspaß als Wert in die Rechnung einfließen lässt.

 

 

Viel Spaß beim Spielen!

Berichtet mir von Euren Metallum-Partien!

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