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Verpixelte Brettspiele: digitale Varianten analoger Spiele nehmen zu

[Werbung] Für viele Menschen sind Brettspiele ein Ausgleich für stundelange Arbeit am Computer. Weil immer häufiger Brettspiele als digitale Adaptionen für Tablets und Smartphones, aber auch für PC oder Konsole erscheinen, verschwimmen die Grenzen zwischen analogem und digitalem Spiel immer mehr. Klassische Brettspiele haben auf smarten Endgeräten längst die Herzen der Spieler erobert, auch wenn nicht jeder diesen Trend nachvollziehen kann.

Die SPielwelt im Wandel

Klassische Brettspiele kommen jetzt digita

Die Zahl der digitalen Brettspiele hat sich in den vergangenen Monaten vervielfacht. Es sind nicht mehr nur die Klassiker, mit denen der digitale Brettspielmarkt erschlossen werden soll: immer häufiger erscheinen namhafte Gesellschaftsspiele auch als Pixel-Version.

Nicht immer lässt sich von der Qualität des Originals auf die der Adaption schließen. Wichtig ist, dass die Entwickler die Atmosphäre des analogen Gesellschaftsspiels auf den Bildschirm bringen. Oft klappt das gut, insbesondere bei Solo-Spielen. Wer häufiger alleine spielt, kann von den umfangreichen App-Angeboten profitieren. Statt mühsam nach Mitspielern suchen zu müssen, ersetzt kurzerhand die KI den Spielkumpanen. Grundsätzlich gilt: je kurzweiliger das Grundgerüst eines Brettspiels ist, desto leichter lässt es sich zu einer digitalen Variante umbauen. Bei Gesellschaftsspielen mit langer Spieldauer wird von Smartphone- und Tablet-Nutzern Geduld abverlangt, die sie oft nicht haben: gespielt wird meist in zeitliche umgrenzten Situationen, etwa im Bus oder in der Pause. Auch wenn viele digitale Brettspiele über Speicherfunktionen verfügen, kommt der große Spaß nur selten auf.

Klassische Brettspiele kommen jetzt digital

Als vor einigen Jahren die ersten Verlage mit digitalen Brettspielvarianten spielten, wurde da von eingefleischten Spielern belächelt. Jetzt ist klar: Klassische Brettspiele kommen jetzt digital - und zwar häufiger als jemals zuvor.


Was für Spieler gern vergessen ist die Tatsache, dass hinter digitalen Brettspielen eine einfache Idee steckt. Entwickler wollen das Beste aus zwei Welten miteinander verbinden. Die ohnehin für Smartphones und Tablets leicht begeisterungsfähige Jugend weiß das zu schätzen, denn der analoge Spieleabend in Papas Partykeller ist trotz starker Umsatzzahlen der Spielwarenbranche noch weit davon entfernt im Trend zu liegen.

Auf diese Weise helfen Brettspiel-Apps den Verlagen dabei, neue Zielgruppen zu erschließen. Es geht nicht darum, den Unterhaltungswert eines Gesellschaftsspiels zu verbessern, sondern das bestmögliche Ergebnis bei der Adaption einer Vorlage zu erzielen. Digitale Brettspiele stehen in einem krassen Gegensatz zu herkömmlichen Titel: sie sind schnell zu konsumieren, benötigen keinerlei Vorbereitungszeit und sind allein so gut spielbar wie in Gruppen - vorausgesetzt man mag es, wenn das "Spielbrett" herumgereicht werden muss.  

 

Ein Vorteil von Brettspiel-Adaptionen ist Möglichkeit der audio-visuellen Präsentation von Story-Inhalten. Wo Hintergrundgeschichten sich in herkömmlichen, analogen Spielen vergleichsweise schwierig vermitteln lassen, trumpfen ihre digitalen Pendants groß auf: tolle Musik, stimmige Sound, spektakuläre Zwischensequenzen - all das wirkt sich positiv auf das Spielgefühl des Nutzers aus. 

Bei Spielern kommt das gut an: Brettspiel-Apps mit echten Hintergrundgeschichten verkaufen sich gut in den bekannten App-Stores. 

Anbieter digitaler Brettspiele sind zudem clever: viele Klassiker sind in der Grundversion völlig kostenlos spielbar. Geld wird dann über Mikrotransaktionen verdient.

 

Fakt ist: wer heute Brettspiele spielen möchte, muss keine Schachteln mehr im Regal sammeln. Klassiker wie Monopoly sind als Apps genauso erhältlich wie Expertenbrettspiele. Letztere erscheinen in den kommenden Monaten vermehrt auf der PC-Spieleplattform Steam.

Mit Brettspiel-Apps hantieren

Auch wenn es paradox klingt. Mit Apps zu klassischen Brettspielen wecken die Entwickler Kindheitserinnerungen. Kaum ein Spieler würde sich triviale Titel wie "Mensch ärgere dich nicht" oder "Halma" als herkömmliches Brettspiel kaufen, die App ist dagegen binnen Sekunden heruntergeladen und installiert. Es ist so etwas wie die Gegenbewegung zu dem Gefühl alles Alte festhalten zu wollen. 

Der Mensch hängt an seinen Gewohnheiten - und damit auch an Tischspielen. Weil klassische Brettspiele jetzt auch digital kommen, müssen viele Spieler umdenken. Sie müssen sich technologischen Neuerungen unterwerfen, vielleicht sogar Abschied vom bisher Bekannten nehmen. Am Ende lohnt sich das, denn digitale Brettspiele tragen ihren eigenen Teil dazu bei, dass Gesellschaftsspiele immer populärer werden. Das tut letztendlich der gesamten Branche gut.


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