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Im Test: Injustice 2 für Smartphones und Tablets

Schon zum zweiten Mal versammeln sich Superhelden und Superschurken im virtuellen Raum, um sich gegenseitig ordentlich auf die Mütze zu hauen. Das reizvolle Beat'em'Up nutzt das Comic-Universum von DC als Schauplatz. Fans können damit in die Kostüme bekannter Helden wie Superman, Batman oder Wonder Woman schlüpfen, wahlweise aber auch skrupellose Schurken wie Joker oder Bane verkörpern. Das Prügelspiel Injustice 2 ist seit wenigen Tagen als mobile Game in den App-Stores erhältlich. Wie uns der zweite Teil der Injustice-Reihe gefallen hat, lest ihr im nachfolgenden Spieletest zu Injustice 2 für Smartphones und Tablets.

von André Volkmann (av)

Es war einmal... Injustice - Götter unter uns

Im Test: Injustice 2 Spiele-App

Es war im Jahr 2013 als die Superhelden erstmals auf bekannte Oberschurken losgelassen wurden. Auch damals zeichneten sich die Netherrealm Studios für das Videospiel Injustice - Götter unter uns (englischer Titel: Injustice - Gods among us) verantwortlich. Der erste Teil des Beat'em'up erschien für die verbreiteten Last-Gen-Konsolen PS3, Xbox 360 sowie die Wii U. Die Ultimate Edition wurde zudem für die Playstation 4, die PS Vita und den PC veröffentlicht. Bereits Injustice - Götter unter uns* hat gute bis sehr gute Wertungen eingefahren. Die Version für die Xbox 360 hat einen Metascore von 81 sowie einen Userscore von 7.9 auf Metacritic erhalten.

 

Dass der Vorgänger von Injustice 2 überzeugen konnte, ist auch der langjährigen Erfahrung der Entwickler von Netherealms zu verdanken, die vormals bereits den Reboot des blutigen Prügelspiels Mortal Kombat realisierten. Kopf des Entwicklerstudios ist Ed Boon, der zusammen mit John Tobias die legendäre Kampfspiel-Serie "Mortal Kombat" erschuf. Zu Beginn der 90er Jahre führte für Beat'em'-Fans kein Weg an Midway's Mortal Kombat vorbei: das Arcade-Kampfspiel begeisterte mit einer Mischung aus Storytelling, ikonischen Charakteren und einer enormen Brutalität weltweit Millionen Gamer.

 

Stimmungsvolle Prügel-App

Spieletest Injustice 2 Smartphone

Injustice 2 will mindestens an die Qualitäten des ersten Teils anknüpfen. Für ein mobile Game ist bereits die Präsentation beeindruckend. Hübsch animierte Videosequenzen stimmen auf die Spielinhalte ein und ziehen Mobile Gamer, die sich auf einen Smartphone-Prügelspiel einlassen, sofort in ihren Bann. Wie bei "Handyspielen" mittlerweile üblich, werden Spieler schrittweise an die Inhalte herangeführt, um die Menüpunkte nach und nach zu erkunden. Bei Injustice 2 übernimmt diese Aufgabe Harley Quinn, die dem Spieler innerhalb des Tutorials mit Tipps zur Seite steht. Das Erlernen der Bewegungen und Charakterfähigkeiten funktioniert schnell und eingängig.

 

Die spielerische Schaltzentrale ist der Startbildschirm von Injustice 2, über den Nutzer mittels weniger Touchgesten die wichtigsten Spielinhalte erreichen. Dazu zählen neben verschiedenen Kampfmodi auch die Charaktrerverwaltung und natürlich der In-Game-Shop, über den sich Injustice 2 finanziert. Das Prügelspiel ist als Free-2-Play-Spiel für Smartphones und Tablet erschienen, kann also kostenfrei gespielt werden. Der Einsatz von Echtgeld ist optional, beschleunigt jedoch das Vorankommen.

 

Für das tägliche Anmelden werden Spieler belohnt. Das kennt man aus anderen F2P-Games und funktioniert hier ählich. Neben der In-Game-Währung erhalten aktive Spieler somit im Laufe der Zeit weitere Belohnungen, darunter auch begehrte Charaktersplitter, derzeit etwa für Superman, der in der gepanzerten Verion stolze 360 Splitter für die Freischaltung benötigt. 
 

 

Cut into pieces: Heldensplitter sammeln

Review zu Injustice 2 Android / iOS

Derzeit stehen insgesamt 38 verschiedene Varianten von Superhelden und Schurken zur Auswahl, die von Spielern freigeschaltet werden können. Von jedem bekannten Heroen aus dem DC-Universum existieren mehrere Versionene: so greifen Spieler nicht nur auf den klassischen Batman zurück, sondern auch auf einen Ableger als Arkham Knight oder futuristischen Jäger. Batman, Superman, Catwoman oder Bane sind dabei nur einige der bekanntesten Figuren. Mit dabei sind u.a. der furchteinflößende Scarecrow, Dr. Fate, Cyborg, Deadshot oder Black Canary. Comic-Fans werden Injustice 2 aufgrund der Charaktervielfalt lieben. Jeder Spielcharakter kann zudem aufgevelt werden. Dafür steht eine fünfstufige Sternewertung zur Verfügung. Zusätzlich bringt eine Erhöhung des Charakterlevels Verbesserungen der Kampfstärke mit sich. Das Wertesystem motiviert und es macht Spaß, seine liebsten Figuren auf dem Smartphone oder Tablet hochzuzüchten. Zusätzliche Anreize bietet das Ausrüstungsmanagement, bei dem jeder Figur fünf Slots für Rüstungsgegenstände zur Verfügung stehen: Helm, Brust, Hände, Füße, Gürtel. Die Ausrüstungsteile gewähren zusätzliche Kampfboni und können ihrerseits mithilfe einer erspielbaren Währung verbessert werden. Bis ein Superheld oder Oberschurke wirklich "Kick-Ass" ist vergehen viele unterhaltsame Spielstunden. Injustice 2 ist im Grunde mehr als nur ein simples Prügelspiel und vereint schnelle arcadelastige Kämpfe mit Rollenspiel- bzw. Charakterentwicklungselementen.

 

Um Charaktere freizuschalten, mnüssen Spieler Kisten kaufen. Kisten, die für jeweils 4.000 goldene Embleme freigeschaltet werden können, enthalten zufällige Belohnungen. Alle drei Stunden erhalten Spieler eine Kistenöffnung gratis. Helden-Kisten, die garantiert einen Helden enthalten kosten dagegen 150 Kristalle. Letzte Währung ist selbstverständlich knapper vorhanden, kann jedoch nicht nur erspielt, sondern auch gegen Echtgeld erstanden werden. Jede Helden-Kiste hat zudem eine geringe Chance auf einen Gold-Helden. Zur Erhöhung der Sternewertung benötigen Spieler bei freigeschalteten Helden eine festgelegte Anzahl an Charaktersplittern - mehr mit steigender Wertung.

Into the Arena: Zahlreiche Spielmodi

Injustice 2 auf Smartphone und Tablet spielen

Für motivierende Prügeleien sorgen zahlreiche unterschiedliche Spielmodi. Durch die Kampagne verbessern Spieler ihre Helden und Schurken und schalten bessere Ausrüstungsteile frei. Daneben bietet Injustice 2 Spielern die Möglichkeit, Charaktere, die nicht dem aktiven Kampfteam zugeordnet sind, auf Operationen zu schicken, um In-Game-Währung zu erspielen. Operationen laufen automatisch und in Echtzeit ab. Nach Ablauf der Operationszeit kehren die Helden dann mit einer entsprechenden Belohnung zurück. Herausforderungen und Ressourcenmission gehören ebenfalls zum Repertoire von Injustice 2. In der Arena bietet sich die Möglichkeit gegen andere menschliche Spieler anzutreten, um Embleme, Kristalle und Arena-Tokens einzuheimsen. Je besser der Rang, desto höher fallen auch die Belohnungen aus, die täglich bzw. wöchentlich vergeben werden. Bestenlisten geben Aufschluss über die derzeit fähigsten Mobile Gamer von Injustice 2. Ein Liga-System steht ebenso in den Startschuhen.

 

Unbestritten ist der Story-Modus das eigentliche Herzstück des Kampfspiels aus dem Hause Netherrealm. Optisch und akustisch beeindruckende Zwischensequenzen treiben die Hintergrundgeschichte voran, die in Kapitel unterteilt ist. Unterbrochen werden die Zwischensequenzen jeweils an neuralgischen Punkten, an denen es zu den spielergeführten Kämpfen gegen unterschiedliche Widersacher kommt. Prügelfans erwarten teilweise knackige Fights und einige überraschende Wendungen. Auf den Verlauf der Story darf man also gespannt sein.

 

Injustice 2: Schwammige Steuerung macht Superhelden lahm

Injustice 2 könnte so großartig sein, wäre da nicht die spürbar schwammige Steuerung. Teilweise setzen die Charaktere die Toucheingabe des Spielers stark verzögert um oder "verschlucken" einzelne Gesten komplett. Dadurch wird vor allem das Blocken stark erschwert: ein Block lässt sich einfach zu schwierig timen, um sinnvoll eingesetzt zu werden. Auch Hüpf- oder Duckbewegungen lassen so manche Spieler verzweifeln. Das Rushen und nach hinten Ausweichen funktioniert dagegen gut.


Auch die ikonischen Charakterfähigkeiten lassen sich überwiegend auf den Punkt genau einsetzen. Von serverseitigen Latenzproblemen abgesehen, scheint es eher ein grundsätzliches Problem auf Seiten der Tochsteuerung zu geben, denn selbst bei einwandfreier WLAN-Verbindung und zu unorthodoxen Spielzeiten wirkten einige Fights zähflüssig. Die Steuerung trübt den Spielspaß derzeit ein wenig, auch wenn Injustice 2* vor allem für Kampfspiel-Fans trotz schwammiger Toucheingaben ein echhter Spaßgarant ist. Warner Bros. wird in den kommenden Tagen und Wochen sicher an Verbesserungen arbeiten - auch um Bugs und Lokalisierungsfehler zu beseitigen.

Bildstrecke

Infobox

Spielerzahl: 1 (online)

Alter: ab 12 Jahren (USK)

Spielzeit: unbegrenzt

Schwierigkeit: mittel

Langzeitmotivation: hoch

 

Sprache: Deutsch 

Entwickler: Netherrealm Studios

Erscheinungsjahr: 2017

Kosten: Free2play mit In-App-Käufen

 


Fazit

Optisch und akustisch setzt das mobile Prügelspiel Injustice 2 neue Maßstäbe und steht damit dem großen Bruder auf der Konsole in nichts nach. Die Entwicklungs- und Ausrüstungsmöglichkeiten für die Superhelden und Oberschurken motiviert langfristig und sollte auch Vielspieler für längere Zeit unterhalten. Ob sich das Arena- und Liga-System zukünftig durchsetzen kann, hängt nicht zuletzt von der technischen Performance der Injustice 2 App ab: Ruckler, lange Ladezeiten und Eingabeverzögerungen lassen derzeit so manchen Spieler an ausgeglichenen Fights auf gleicher Augenhöhe zweifeln. Die ohnehin gewöhnungsbedürftige Steuerung auf vergleichsweise kleinen Smartphonebildschirmen wird dadurch zusätzlich erschwert. Wir gehen davon aus, dass Warner Bros. erfahren genug ist, um derartige Probleme zeitnah zu beseitigen.

Ansonsten gibt sich Injustice 2 als klassischer Arcade-Klopper, der zwar auf große spielerische Überraschungen verzichtet, die Stärken des Genres jedoch bewusst in den Vordergrund stellt. Wer Superhelden, Comics und/oder Prügelsiele mag, sollte sich Injustice 2 auf dem Smartphone oder Tablet nicht entgehen lassen.

(AV)

 

Wertung

Spieletest: Wertung für Injustice 2 App

 

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