Im Test: Willi Wörterwurm - Ein Kartenspiel vom Mogel Verlag

Willi Wörterwurm ist ein dieses Jahr erschienenes Karten- und Wortlegespiel aus dem Hause Mogel. Der Mogel Verlag wurde im Jahre 2015 gegründet und gehört damit zu den noch jungen Spieleverlagen. Mit Titeln wie Willi Wörterwurm oder Perlentauchen ist er bereits in diesem Jahr mit Spaß versprechenden Titeln auf dem deutschen Spielemarkt vertreten. 

Man sollte meinen, dass wir, als täglich schreibende Wortakrobaten, durch einen Bücherwurm kaum aus der Ruhe gebracht werden können. Warum Willi uns doch mehr zu schaffen machte, als wir vorher angenommen hatten, erfahrt ihr in der nachfolgenden Rezension zum Kartenspiel Willi Wörterwurm

Die Geschichte um Bernhard-Wilhelm Wurm

Rezension zum Kartenspiel Willi Wörterwurm

Ganz so, wie es sich für einen fleißigen Wörterwurm gehört, hat Bernhard-Wilhelm Wurm, kurz Willi, Geschmack an Büchern gefunden und dabei ein großes Buchstabenchaos hinterlassen. Um die Buchstaben wieder Wörtern zu zuordnen, und damit die Bücher zu retten, müssen die ausgefuchsten Kartenspieler gemeinsam gegen den frechen Wurm antreten.

Ist das kurz und verständlich gehaltene Regelwerk verinnerlicht, kann das Kartenspiel um Willi Wörterwurm beginnen.

Zu Beginn der Partie haben die Wurmjäger  die Möglichkeit den Schwierigkeitsgrad des Kartenspiels zu beeinflussen, in dem sie eine bestimmte Kombination an Themenkarten auswählen.

Die Themenfelder reichen dabei von dem Oberbegriff Baumarkt bis hin zu Essen und Trinken. Insgesamt stehen 12 verschiedene Themen zur Auswahl, von denen drei verdeckt gezogen werden.

Nun kann das Spielfeld, bestehen aus 3 Themenkarten, einem Nachziehstapel, einer Tauschauslage, einem Punktestapel, der Willi-Wörterwurm-Karte, einem Abwurfstapel und Platz für das Anlegen von Buchstabenkarten, aufgebaut werden. Anschließend erhalten die Mitspieler ihre Handkarten und schon kann das Wortspiel beginnen.  

 

Buchstabenlegen mit kniffeligen Oberthemen

Abwechselnd legen die Mitspieler nun Buchstaben aus ihrer Hand an die Themenkarten an, dabei muss das Wort, welches durch das abwechselnde Anlegen entsteht, ein zu dem Oberbegriff passendes sein. Beispielsweise könnte dem Oberbegriff Baumarkt das Wort Hammer folgen.

Weil das Ablegen eines Buchstabens, bei unpassenden Handkarten, nicht immer einfach gelingt, hat jeder Spieler während seines Zuges drei mögliche Aktionen: Abgesehen vom Ablegen eines Buchstabens, kann er entweder einen unpassenden Buchstaben aus seiner Hand gegen einen anderen, aus der Tauschauslage, austauschen und an das entstehende Wort anlegen oder er wirft eine Handkarte auf den Ablagestapel ab. Der Zug des Spielers endet mit dem Nachziehen der abgelegten Karte.


Es existieren viele Möglichkeiten Willi das Handwerk zu legen, sofern die gezogenen beziehungsweise ausliegenden Buchstaben mitspielen.

Zu Beginn einer Partie Willi Wörterwurm könnte der ein oder andere Spieler noch hoffnungsvoll an ein einfaches Kinderspiel denken, denn auch die im Comicstil gehaltene Aufmachung des Wörterspiels weißt nicht daraufhin, dass das Spiel eine kniffelige Angelegenheit ist. Schon nach kurzer Spieldauer würde so mancher Spieler gerne seine gesamten Handkarten austauschen. Denn wenn man die Worte Hammer, Emily und Tomate legen muss, aber die Buchstaben auf der eigenen Hand X, F, P, Q, Ü (zwei weitere Karten bei zwei Spielern) sind und auch die Tauschauslage keine passende Hilfe verspricht, dann bleibt einem nichts übrig, als eine Karte auf de Abwurfstapel zu werfen und eine neue zu ziehen - in der Hoffnung, dass nun ein brauchbarer Buchstabe zu den Handkarten hinzukommt. Wird der Berg an Abwurfkarten höher, reibt sich Willi Wörterwurm genüsslich den Bauch.

 

Die Tücke dabei ist jedoch, dass abgeworfene Karten verloren sind. Jede Buchstabenkarte besitzt einen bestimmten Zahlenwert, dieser ist höher, je schwieriger es ist, den Buchstaben einzusetzen. Wirft der Spieler nun beispielsweise das Ü ab, fehlen dem Team ganze fünf mögliche Punkte. Denn am Ende des Spieles werden die Karten des Punktestapels gewertet. Auf diesem befinden sich die Wortkarten fertig gestellter Wörter. Die im Spielteam zum Abbruch bestimmten Wörter, abgeworfene Karten oder bei Spielende nicht fertiggestellte Worte landen auf dem Abwurfstapel. Zum Schluss der Spielpartie werden die Karten des Punktestapels gewertet. Dieser Stapel muss einen Wert über hundert entsprechen, um den gefräßigen Wörterwurm Willi zu besiegen. Doch Achtung, während des Spiels haben die Spieler die Möglichkeit Lückenfüller als möglichen Buchstaben einzusetzen. Diese lückenfüllenden Joker wandern auch auf den Punktestapel, kosten bei der Wertung aber Punkte, denn diese sind mit unterschiedlich hohen Minuspunkten versehen.

 

Unboxing Bildstrecke

Infobox

Spielerzahl: 2 bis 5 Spieler 

Alter: ab 10 Jahren

Spielzeit: 30 bis 50 Minuten

Schwierigkeit: leicht bis mittel

Langzeitmotivation: mittel

 

Verlag: Mogel Verlag 

Autor: Michael Loth

Erscheinungsjahr: 2016

Kosten: ca. 10 Euro

 


Fazit

Ich werde das Gefühl nicht los, eine Partie Scrabble in Kartenform zu spielen. Scrabble, dass ist das Spiel  bei dem die Spieler blind gezogene Buchstabenplättchen zu Wörter legen und dafür Punkte erhalten. Bei dem Spiel Willi Wörterwurm empfinde ich es als fast schon ein wenig kniffeliger, dass Themenfelder vorgegeben werden. Plötzlich ist mein Kopf wie leergefegt. Es herrscht grüblerische stille. Mir fallen keine Baumarktprodukte ein. „Ist Gold ein Baumarktprodukt?“, „Nein?“, „Okay, stimmt ja...“. Auch meinem Mitspieler geht es nicht anders und wir verlieren am Ende sogar - um genau einen Punkt.

Das macht Spaß und weckt den Kampfgeist in uns. Durch die Vielzahl an möglichen Worten, die von den Spielern gelegt werden können, ist Willi Wörterwurm ein Spiel, was auch in Zukunft keine Langweile aufkommen lassen wird, hinzu kommt, dass es durch seine kompakte Größe in jede Hosentasche passt. Für Wort-affine Spieler in Rätsellaune ein tolles Kartenspiel.

Familien mit Kindern sollten vor allem den Lerneffekt dieser Art von Gesellschaftsspiel nicht unterschätzen. Wo mit Worten gespielt wird und Kinder dazu animiert werden, eigene kreative Lösungen zu entdecken, tritt durch die emotionale Verbindung zum Spiel ein hervorragender Lerneffekt in Kraft. 

Für erfahrene Kartenspieler sind die Herausforderungen auf Dauer zu gering. Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieses Kartenspiels sowie der Eignung als kinderfreundliches Familienspiel vergeben wir vier Spielpunkte.

 

(AMC)

 

Wertung


*Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, das uns der Mogel Verlag zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank dafür. Die Wertung wird davon selbstverständlich nicht beeinflusst!


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